Ich warte auf dich im Garten

Inzwischen nenne ich dieses Bild für mich „Die schöne Gärtnerin“, denn ich hätte es schon mehrfach verkaufen können. Tatsächlich wurde es aber bereits 2024 in der Ausstellung „Zerbrechliche Paradiese“ auf La Palma verkauft – und zwar noch bevor die Ausstellung in der Galerie offiziell eröffnet war.

Worin also liegt die Strahlkraft, diese starke Anziehungskraft des Werks, so dass ich immer wieder danach angefragt werde?

Vordergründig ist es das Porträt einer jungen Frau. Sie schaut uns nicht direkt an. Ihr leicht verschwommener Blick ist schräg nach unten gerichtet auf etwas, das wir nicht sehen können, oder ins Unbestimmte. Auch ihre Gesichtszüge wirken wie durch einen Weichzeichner gefiltert.

Sie trägt einen auffallenden Hut mit einer Rose in der Farbe der Liebe, dessen Rot mit Blüte und Knospe der Heliconia vor ihr korrespondiert. Diese exotische Blume ist ein Symbol für Freude und Lebendigkeit – zugleich heißt sie aber auch „Falsche Paradiesvogelblume“…

Farbverstärkend wirken die grünen Blätter und Stängel der Heliconia. Und zu guter letzt sind grafische Elemente in den dunklen Bildhintergrund integriert.

Wir sehen also keine bestimmte Person in einer realen Gartenumgebung, sondern eine Identifikationsfigur, eine Folie sozusagen, auf die sich eigene Vorstellungen, Erinnerungen oder Träume projizieren lassen.

Ein vielschichtiges Bild, das dich einlädt, es mit deiner Geschichte auszumalen. Immer wieder neu. Immer wieder anders.