Julikind

Die „Julikinder“ von Hermann Hesse begleiten mich schon viele Jahre. Immer wieder einmal lese ich das Gedicht oder höre mir an, wie der Dichter selbst es mit seiner leicht rauhen Stimme rezitiert. Und immer wieder entdecke ich Neues, habe ich andere Assoziationen. Vielleicht kann man es so sehen: Mein Verständnis für den Text wird tiefer mit wachsender Lebenserfahrung.

Ich transferiere immer wieder literarische Texte in meine persönliche Bildsprache. Tatsächlich entstand die Idee, die „Julikinder“ in ein Bild zu übersetzen, im Juni 2023, als ich an einer Böschung mit blühendem Mohn vorbeikam. Sofort hatte ich das Gedicht im Kopf und konnte es kaum erwarten, ins Atelier zu kommen und anzufangen.

Spürst du auch die stille Melancholie, die den jungen Mann umgibt? Das Träumerische in Haltung und Blick?

Das Bild lädt dich – wie das Gedicht – dazu ein, es mit deinen Gedanken zu erkunden, seine Geheimnisse zu entdecken.

Meine Kundinnen und Kunden erwerben gern Bilder, die sich für sie öffnen wie eine Tür, durch die man hindurchgehen und Dinge entdecken kann, die nicht vordergründig abgebildet sind. Solche Bilder begleiten einen über lange Zeit und fordern immer wieder neu Zwiesprache ein.