Kundenstimmen
Über die Jahre haben Wegbegleiter, Kunstschaffende und Kritiker das Werk von Sylvia Catharina Hess in Eröffnungsreden und Rezensionen gewürdigt. Eine Auswahl.
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In einer Schmiede auszustellen oder sich eine Ausstellung anzusehen hat etwas Besonderes. Ein Raum eines uralten Handwerkes, welches es heute noch in etwas abgewandelter Form der Metallverarbeitung gibt. In unserem Sprachgebrauch hat sich dieses Handwerk bis heute erhalten: „Pläne schmieden“, „ein heißes Eisen anfassen“ oder „das Eisen schmieden, solange es heiß ist“.
Älter als dieses Handwerk ist die Malerei. So kennen wir die großartigen Höhlenmalereien von Lascaux oder Altamira, die vor 40.000 Jahren entstanden und vermutlich spirituellen Zwecken oder der Informationsvermittlung dienten.
Die „Glockwerker“ schmiedeten nun den Plan einer Ausstellung mit dem Titel „Aufgetischt“ und beauftragten damit die beiden Künstlerinnen Ramona Schütte und Sylvia Catharina Hess. „Aufgetischt“, das heißt einerseits eine Tafel, die sich durchbiegt, verbunden mit dem Wort großartig. Andererseits benutzen wir „aufgetischt“ auch für etwas, das wir schlucken sollen – eine Geschichte von Lüge oder Wahrheit.
Fällt in einem plastischen Werk zumeist die Form ins Auge, so ist dies bei der Malerei die Farbe. Sylvia Catharina Hess’ Arbeiten bestechen durch eine helle Freundlichkeit – zarte Farben überwiegen. Die Bildkomposition strahlt Ruhe aus. Weder Diagonale noch starke Anschnitte, weder kontrastierende Farbe noch Hell-Dunkel-Unterschiede dynamisieren. Alles in sich ruhend.
Ihre Motive handeln vom Menschen. Meist sind es intime Bilder flüchtiger Alltagsmomente oder Traummomente. Jedes Bild könnte einem anderen Roman entsprungen sein. Die Geschichte kennen wir nicht – aber es ist der Moment der kurzen Glückseligkeit. So führt die Künstlerin uns zu unseren eigenen kleinen Glücksmomenten hin.
Doch es gibt auch die Kehrseite – kein hüpfendes Herz, sondern ein Stich ins Herz. Motive aus dem Syrienkrieg, Gewalt auf der Straße oder in der Bar Paradiso, der Bar der großen Enttäuschung. Hier erleben wir eine ganz andere Farbigkeit – nicht zart und hell, sondern Kontraste pur.
Sylvia Catharina Hess holt für uns das kleine Paradies „Glücksmoment“ auf Erden und konserviert es für uns auf Leinwand. Machen Sie sich mit den Arbeiten vertraut – und schmieden Sie getrost den Plan, das eine oder andere Werk zu erwerben.
Eckhard Meier-Wölfle, 14. Juni 2019
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Heute präsentieren wir zum zweiten Mal die deutsche Künstlerin Sylvia Catharina Hess, und das aus gutem Grund. Sie ist eine sehr vielseitige Malerin, überrascht immer wieder mit anderen Motiven und bleibt trotzdem ihrem Stil treu. Nach dem „Kanarischen Liederbuch“ in der letzten Ausstellung zeigen wir heute Arbeiten aus dem Zyklus „Aufgetischt“.
„Aufgetischt“ ist in zweierlei Hinsicht zu verstehen: real und verständlich wie ein Stillleben mit Obst und Gemüse auf einem Tisch – aber „aufgetischt“ könnte auch bedeuten: jemandem eine Geschichte erzählen, ob wahr oder nicht ganz wahr, bleibt offen.
Hinter vielen Bildern von Sylvia stecken Geschichten: literarische, mythologische, selbst erlebte oder fantasierte. Ihr ist es wichtig, dem Betrachter eine Idee von ihrem ursprünglichen Motiv zu geben, ihn aber nicht in ihre Gedankenwelt zu pressen, sondern ihm Raum zu lassen, eigene Assoziationen zu entwickeln. Die ursprüngliche Geschichte ist nur der Startpunkt für eine Reise in die Phantasie des Betrachters.
Beispielhaft der Ursprung des Bildes „Keine Gabe für Derketó“: Ausgangspunkt ist eine altsyrisch-phönizische Sage von der Fluss- und Wassergöttin Derketó. Sie verliebt sich in einen Mann, gebiert ein Mädchen – die spätere Gründerin von Babylon –, tötet ihren Geliebten und setzt das Kind aus. Dann verwandelt sie sich in eine Nixe, weshalb ihrem Volk Fische heilig wurden.
Ich entlasse Euch mit diesen Anmerkungen in die künstlerische und geistige Welt einer im Hier und Jetzt aktiven Malerin. Fragt sie nach den Ursprüngen ihrer Bilder – und überlasst Euch trotzdem Eurer eigenen Phantasie.
Michael Kröger, Avenida 17, Tazacorte, 26. Januar 2018
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Im Kontrast zu unseren letzten beiden Künstlern präsentieren wir heute eine Malerin mit einem ganz anderen Stil. Wo andere die Farben scharf getrennt haben, treibt Sylvia Catharina Hess diese ineinander oder legt sie übereinander. Und doch gibt es Gemeinsamkeiten: Alle nehmen Landschaften und Sinneseindrücke auf, verschieben sie ins Unterbewusste und malen dann aus Erinnerung und Phantasie.
Sylvia spürt beim Malen innere Bildwelten auf, setzt sie in Seelenlandschaften um. So entstehen Bilder, die real nichts mehr mit dem ursprünglichen Eindruck zu tun haben, sondern eine Reise in ihre innere Welt sind, die Raum für eigene Phantasien lässt.
Aktuell hat sich Sylvia weiterentwickelt: Aus dem Leben auf La Palma und der Begegnung mit den lebensfrohen Menschen und ihren Festen ist der Zyklus „Mein kanarisches Liederbuch“ entstanden. Sie beginnt mit Fotografien oder Skizzen während der Fiestas, transferiert sie in Zeichnungen und verarbeitet diese zu Bildern. Auch hier entstehen keine Abbilder der Realität: Figuren verändern sich im Malprozess, reale und erfundene entstehen oder verschwinden.
Große Kunst in kleinem Raum – eine weitere schöne Ausstellung hier bei uns in der Avenida 17.
Michael Kröger, Avenida 17, Tazacorte, 21. Januar 2016
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Das Werk der Künstlerin Sylvia Catharina Hess wird ganz wesentlich bestimmt durch Überlagerungen von subjektiven Gedanken und Überlegungen zur Literatur. Diese Prägung ist umso schwieriger, wenn nicht nur Landschaft, sondern auch der Mensch zur Darstellung kommt.
Eine solche Arbeitsweise stellt Aussage und Wirklichkeit oft auf eine harte Probe: Das gemalte Bild muss auf das Wesentliche konzentriert werden, um es über Farbe und Komposition einer neuen Bedeutung zuzuführen. Die üblichen Sehgewohnheiten werden infrage gestellt, das Auge hat keinen Halt mehr in der Perspektive.
Sehen wir uns das Bild „Vierzehn“ an: Hier wird ein Lebensbogen gespannt – vom kleinen Kind über die Heranwachsende zur ausgereiften Frau. Die Vierzehnjährige trägt eine Augenbinde als Symbol für ihre gedankliche Blindheit in diesem Alter.
In vielfältiger Kleinarbeit ist die Künstlerin immer wieder bereit, Farben und Kompositionen zu verändern und Spannungen in der Bildaufteilung zu erproben. Nichts ist einfach – denn Kunst kann sich nicht mit der reinen Abbildung begnügen, sie braucht stetige Weiterentwicklung.
Von unermüdlichem Ringen und Fleiß getrieben hat die Künstlerin Sylvia Catharina Hess innerhalb kürzester Zeit ihrer Arbeit eine eigene Prägung verliehen und dabei sehr viel bewegt.
Ingrid Jureit, Hofheim am Taunus, Mai 2013
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Nach dem Urteil der Jury habe ich mich mit viel Zeit kontemplativ mit den Werken auseinandergesetzt. Nach einer solchen Zeit schauender Versunkenheit erfolgt ein betrachtendes Erkennen – und damit ist einem das Kunstwerk auf einmal sehr nah.
Zum 2. Preis, der Installation „Traumpfad“ von Sylvia Catharina Hess: Frau Hess ist Zeichnerin, Malerin, arbeitet skulptural und schreibt – und sie schafft es, mit diesem Vermögen Installationen wie den „Traumpfad“ zu gestalten und dreidimensionale Räume zu erschließen.
Damit sich die Installation erschließt, muss man sie durchschreiten, die Texte lesen, stehen bleiben, sich auf den Baumstumpf setzen und verharren, reflektieren. Sylvia Catharina Hess hat Räume geschaffen, die unterschiedlichste Empfindungen auslösen, die reinziehen, die unter die Haut gehen. Fabelwesen haben sich um einen versammelt – Gnome, Maskenmänner, Wächter. Sie sprechen zu mir über Aphorismen und Gedichte.
Dann lese ich: „Leben heißt ankommen und gehen.“ Als ich ging, war ich wie aufgewacht und seltsam berührt. Danke, Sylvia, und herzlichen Glückwunsch zum 2. Preis.
Prof. Dieter Fröbisch, 29. Oktober 2010
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Meine Lieblingsgruppe sind die Künstler, die sich mit dem Mittelrhein, seinem Mythos und der Geschichte der Rheinromantik zunächst intellektuell auseinandergesetzt und diese Auseinandersetzung dann künstlerisch umgesetzt haben. In einem solchen Prozess sprüht der Geist Funken, da lacht das Herz des Künstlers und des Betrachters ebenso.
Wer sich das Werk „Ach, Lore…“ von Sylvia Catharina Hess ansieht und dabei an Brentanos Gedicht von der Lore Lay denkt, der kann ob der gut 200-jährigen Geschichte dieser tragischen Frauenfigur ins anregende Grübeln verfallen. Es macht stolz, dass dieses Bild eigens für diese Ausstellung geschaffen wurde.
Uwe Gilberg-Rindsfüßer, 22. März 2012
